Aktuelles

Ausstellung 11.11 bis 20.11.2022: Der Beueler Maler Helmut Degenhard und die Fackeln der Vilicher Adelheidisschulkinder

Ausstellung 11.11 bis 20.11.2022: Der Beueler Maler Helmut Degenhard und die Fackeln der Vilicher Adelheidisschulkinder

Der Beueler Maler Helmut Degenhard und die Fackeln der Vilicher Adelheidisschulkinder

im Bürgermeister-Stroof-Haus
Adelheidisstr. 3
53225 Bonn-Vilich

Vernissage: Freitag, 11.11.2022 um 19.00 Uhr

Einführungsvortrag: Dr. Sylva Harst

täglich geöffnet von 17.00 – 19.00 Uhr

Finissage: Sonntag, 20.11.2022 um 17.00

Führungen für Schulklassen sind auf Anfrage hin möglich.
Kontakt: denkmalverein.bonn@t-online.de

Der Beueler Maler und Graphiker Helmut Degenhard (1924 – 2002) war ein Ausnahmekünstler. Von Geburt an durch eine spastische Lähmung schwerstbehindert, nimmt er zunächst Mal- und Zeichenunterricht beim Bonner Privatdozenten Theodor Pape, 1943 – 1946 studiert er u.a. Glasmalerei an der Kunsthochschule Köln. Seinen Durchbruch erzielt er im Jahre 1950, als die „Arbeitsgemeinschaft der Bonner Kunsterzieher“ zwölf Aquarelle von ihm ausstellt, die Kinder in einem (Beueler) Martinszug zeigen. Später wird dieser Zyklus von der Stadt Bonn herausgegeben und als Repräsentationsgeschenk verwendet.

Obwohl er auch Porträts und weiterhin Aquarelle zeichnet, gilt seine künstlerische Liebe der Glasmalerei. In enger Zusammenarbeit mit der Glaswerkstätte Derix entstehen nach seinen strikten Vorgaben die Kirchenfenster der Gemeinden St. Michael (Weststadt), St. Maria-Magdalena (Endenich), St. Maria-Königin (St. Augustin) und St. Benediktus (Düsseldorf-Heerdt). Auch die Buntglasfenster der Vilicher Anne-Frank-Hauptschule gestaltet er.

Da er nicht nur als Künstler auf die Unterstützung und Pflege seiner Eltern angewiesen ist, ist es für ihn ein herber Schlag, als im Jahre 1970 seine Mutter und zwölf Jahre später sein Vater verstirbt. Es bedeutet das Ende seiner künstlerischen Laufbahn. Er verstirbt am 04. Oktober 2002.

Die Ausstellung präsentiert seinen zwölfteiligen Martinszyklus im Vilicher Bürgermeister-Stroof-Haus und wird von den Fackeln der Vilicher Adelheidisschulkinder begleitet, die am 20.11. eingeladen sind, diese in einer kleinen Zeremonie wieder abzuholen.

Jeden 1. Montag von 17 – 19 Uhr: Sprechstunde zur Familienforschung

Jeden 1. Montag von 17 – 19 Uhr: Sprechstunde zur Familienforschung

Sie möchten wissen, woher Ihr Familienname stammt oder wo Ihre Vorfahren gelebt haben?

Dazu bieten wir Ihnen regelmäßig jeden 1. Montag im Monat eine persönliche Sprechstunde in der „Zentralstelle für Beueler Familienforschung“ im Bürgermeister-Stroof-Haus an.

Waltraud Boß, Genealogin und Verfasserin verschiedener Familienbücher aus der Region, wird auf Ihre Fragen eingehen.

Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden sind jedoch erwünscht. Bitte melden Sie sich per Mail an, damit sich Frau Boß auf Ihre Fragen vorbereiten kann.

Mail an Denkmalverein schicken

Tradition: Am Martinstag der Stuten, an Nikolaus der Weckmann

Tradition: Am Martinstag der Stuten, an Nikolaus der Weckmann

In diesen Tagen tauchen sie wieder auf, die sog. Weckmänner, dieses allseits beliebte Hefegebäck in Form eines Männleins. Denn es geht ja auf den Sankt-Martinstag zu, den 11. November, dem dann allerdings sehr schnell auch bereits der Sankt-Nikolaustag folgt, am 6. Dezember. Beides Namenstage von Kirchenheiligen, die wegen ihrer guten, der Art nach wohl eher unüblichen Taten in besonderer Verehrung geblieben sind. Daran wird an diesen beiden Tagen symbolisch, durch eine süße Gabe, erinnert. Das kann alternativ ein Brötchen sein, Stuten oder Weck(en), oder aber auch ein Gebäck in Bildgestalt, ein Weckmann eben. Unterschiedliche Symbolik.

Wenn es dabei um „Tradition“ gehen soll, dann ist es eigentlich schade, dass der Weckmann nicht allein dem Heiligen Nikolaus gelassen wird, und dass die Sankt-Martinsgabe nicht allein der Stuten ist. Das war hier im Rheinland seit jeher der absolute Brauch, mindestens bis in die 1950er Jahre hinein. Und er ist es in einigen Bonner Vororten immer noch und gar nicht so selten auch in unserer Region.

Denn beide Heiligenlegenden unterscheiden sich ja ganz wesentlich voneinander und daher auch in ihrer Symboltracht. St. Martin, dieser römische Soldat aus Tours in Frankreich, hat bekanntlich die eine Hälfte seines Militärmantels dem frierenden Bettler geschenkt (die andere gehörte dem Staat). St. Nikolaus hingegen, der Bischof von Myra in der heutigen Türkei, hat dafür gesorgt, dass drei Schwestern, die wegen Mittellosigkeit des Vaters ehelos zu bleiben drohten, doch noch allesamt Ehemänner erhielten und damit eine Lebensauskömmlichkeit. Dies ist die Kurzfassung der beiden Legenden.

Der Weckmann ist also der stilisierte Heilige Bischof, daher mit Mütze (Mitra) und mit Hirtenstab (stattdessen jetzt in aller Regel mit Tonpfeife, was etwas mit der Reformation und der protestantischen Abneigung gegen Heilige zu tun haben soll). An St. Martins gute Tat hingegen erinnert das süße Brötchen. Warum? Die Gabe von Brot ist doch der Inbegriff von Wohltat schlechthin. 

Wenn in diesen Tagen verdienstvollerweise die Martinszüge vorbereitet werden und dabei so gerne dieses kulturelle Erbe beschworen wird, dann wäre es natürlich historisch richtiger, damit auch die hergebrachte Tradition, besser: die Symbolik dahinter ernst zu nehmen und diese alt-überkommene Übung unserer Vorfahren fortzusetzen. Jetzt also zunächst einmal der Martinsstuten (der übrigens unter diesem Namen in Bonner Bäckereien angeboten wird)! Und etwas später freuen wir uns dann auf den Weckmann zu Sankt Nikolaus!

Bild: Adobe Stock Images, Kristina Rütten

StroofKOLLEG on Tour in das historische Küdinghoven

StroofKOLLEG on Tour in das historische Küdinghoven

Dass die ältesten Bonner Türme in Beuel stehen, dürfte nur den wenigsten bekannt sein. Die Wohntürme der Burgen von Limperich, Vilich (Lede) und Rheindorf (Wolfsburg) stammen aus dem Mittelalter, der Möllestomp am Limpericher Rheinufer vielleicht ja sogar noch aus der Römerzeit. Der interessanteste von allen aber dürfte der Kirchturm von Küdinghoven sein, an die 1000 Jahre alt.

Mit seinem verborgenen Treppenhaus ist er eine absolute Rarität. Zunächst der Flieh- und Wehrturm der Bevölkerung, war er bis zur Säkularisation immerhin auch der Ort, in dem die bergische Unterherrschaft Küdinghoven ihre Akten hütete. Dieser Kirchturm, bis hinauf in die Glockenstube, ist das Ziel des StroofKOLLEGs des Denkmal- und Geschichtsvereins Bonn-Rechtsrheinisch e.V.

Zugleich werden natürlich die Kirche selbst besichtigt, eines der ganz wenigen klassizistischen Langhäuser unserer Region, und der benachbarte Grabkreuzegarten, der die historischen Steinkreuze des 17. und 18. Jahrhunderts bewahrt, darunter Pestkreuze von 1666. Schließlich soll auch an den Bonner Maler Leo Breuer erinnert werden, dessen Grabstätte auf dem Küdinghovener Kirchhof auf Initiative des Denkmalvereins zu einem städtischen Ehrengrab erhoben worden ist. Jüngst noch hatte der Verein ja in seinem Bürgermeister-Stroof-Haus eine Bilderausstellung dieses bedeutenden Konstruktivisten präsentiert.

Die Veranstaltung am Samstag, dem 8. Oktober 2022, steht unter der Leitung von Carl J. Bachem und Johannes Junglas. Sie beginnt um 15.00 Uhr an der Kirche St. Gallus am Eingang. Kosten entstehen nicht; um eine Spende zur Unterhaltung des Stroof-Hauses wird gebeten. Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bild: Wikipedia

Stroof-Kolleg „Kurioses aus der Ahnenforschung“

Stroof-Kolleg „Kurioses aus der Ahnenforschung“

Ein voller Erfolg war das Stroof-Kolleg „Kurioses aus der Ahnenforschung“. Die St. Augustiner Referentin Waltraud Boß, Genealogin aus Berufung, berichtete aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz, den sie im Laufe der Jahre gesammelt hat.

Und so manches Mal schmunzelten die Gäste, als sie zum Beispiel hörten, dass es früher „Kleinwagenhilfsbremser“ und „Sparkassengegenbuchführer“ gegeben haben muss, waren diese doch als Berufsbezeichnungen in amtlichen Urkunden eingetragen.


Und überhaupt: Es hing viel davon ab, was der Standesbeamte in frühreren Zeiten aufzeichnete, wenn er sich dazu anschickte, z.B. eine Tauf- oder Sterbeurkunde zu verfassen. Ein Mitglied der Mendener Familie Hinterkeuser, das nach Lohmar zog, wurde amtlicherseits als „Hennekeuser“ geführt, weil der Standesbeamte es eben so verstanden hatte. Wechselte ein anderer der „Hinterkeusers“ seinen Wohnsitz hingegen nach Heumar und übermittelte dem dortigen Standesbeamten seinen Namen, so schrieb dieser womöglich „Hinterkausen“.


Die Quintessenz: Es ist also gleich, ob jemand in unserer Region Hinterkeuser, Hennekeuser oder Hinterkausen heißt – er oder sie dürfte Mitglied derselben Familie sein.

Ein großer Vorteil, so Waltraud Boß, seien die frühen Personenstandsregister im Rheinland mit ihren standesamtlichen Eintragungen. Diese habe es hierzulande bereits seit 1810 gegeben, in anderen Gebieten wurden sie von den Preußen erst ab 1875 eingeführt.

Waltraud Boß hat die >Beueler Zentralstelle für Familienforschung< des Denkmal- und Geschichtsvereins Bonn-Rrh.übernommen und wird dort regelmäßig jeden ersten Montag im Monat um 17 Uhr eine öffentliche Sprechstunde für Jedermann anbieten. Anmeldungen sind erwünscht (waltraud.boss@koeln.de). Die Beratung ist kostenlos; Spenden für die Unterhaltung des Stroof-Hauses werden begrüßt.

Römisches Bonn beiderseits des Rheins

Römisches Bonn beiderseits des Rheins

UNESCO-Weltkulturerbe. Auch das rechtsrheinische Bonn war 400 Jahre lang römisch

Daran erinnert in besonderer Weise das sogenannte Römerdenkmal auf dem Rheindamm bei der Doppelkirche.

Es wurde anlässlich der 2000-Jahrfeier Bonns 1989 vom Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch genau mit dieser Intention errichtet. Hier war die römische Furt durch den Rhein, hier die ständige Militärfähre, und hier allein muss auch, wenn überhaupt, eine feste Brücke gegeben haben.

Bonn hat also weit mehr aufzuweisen an Relikten aus seiner 400-jährigen Römerzeit als nur das Lager im Norden der Innenstadt.

Alles, was wir heute über die Anwesenheit der Römer auf der rechten Rheinseite wissen, haben Dr. Birke und Dr. Stefan Brühne für den Denkmalverein fachlich aufbereitet.

Ausarbeitung zu dem Thema von Dr. Birke und Dr. Stefan Brühne als pdf

Tag des Offenen Denkmals am 11.09.2022

Tag des Offenen Denkmals am 11.09.2022

Das Vilicher Bürgermeister-Stroof-Haus erlebte am Tag des Offenen Denkmals 2022 einen regelrechten Besucheransturm – und das bei schönstem Spätsommerwetter.

Die ehrenamtlichen Helfer des Denkmal- und Geschichtsvereins hatten alle Hände voll zu tun, die zahlreichen Gäste durch den Wohn- und Amtssitz des ersten Bürgermeisters von Vilich, Leonhard Stroof (1757-1825) zu geleiten.

Auch die neue Audio-Tour durch diese museale Erinnerungsstätte wurde rege aufgerufen. Das Motto des Tages lautete in diesem Jahr: “KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz”. Und diese, unter Schutz gestellten “Kulturspuren” entdeckten die Besucherinnen und Besucher reichlich, angefangen bei der verputzten Fassade des Hauses, die ein bäuerliches Fachwerk verdeckt und den Wohlstand des Besitzers widerspiegelt, über das originale Schreibpult, an dem mutmaßlich seine Söhne, zeitlich hintereinander, bei den Amtsgeschäften assistierten, bis hin zu den tatsächlichen Spuren früherer Ausmalungen in den Innenräumen.

Ein Infoblatt für die Besucher kann hier nachgelesen werden.

Die Vereinsmitglieder Carl J. Bachem und Carola Nathan boten zudem Führungen über den Vilicher Kirchhof mit seiner ungewöhnlichen historischen Grabkreuze-Sammlung an, die sich bis in die Gotik zurückdatieren lassen. Sie stehen auf dem Denkmalschutzprogramm des Vereins.

Text von Carl Jakob Bachem zum Tag des offenen Denkmals

Jubiläum: Vor 100 Jahren entfiel die amtliche Bezeichnung „Vilich“

Jubiläum: Vor 100 Jahren entfiel die amtliche Bezeichnung „Vilich“

Jubiläum: Vor 100 Jahren entfiel die amtliche Bezeichnung „Vilich“. Seitdem wird das kommunale rechtsrheinische Bonn von „Beuel“ dominiert.

Seit dem Mittelalter war Vilich der beherrschende Ort zwischen Sieg und Siebengebirge, Beuel war nur ein kleines Fischer- und Schifferdorf; nahebei lag Combahn, wo sich die Fährstelle nach Bonn (Gierponte) befand. (Oberkassel und Holzlar gehörten den benachbarten Ämtern Löwenberg und Blankenberg im Herzogtum Berg an).

Nach Aufhebung der Grundherrschaft des Vilicher Damenstiftes (Herrlichkeit Vilich) durch die sog. Säkularisation wurde 1808 unter Napoleon eine zivile Gemeinde (Munizipalität Vilich) gegründet. Sie reichte von der Sieg bis zum Ankerbach (einschließlich der späteren Zementfabrik /Bonner Bogen).

Diese Gemeinde , auch „Bürgermeisterei“, bildet den Grundstein zum heutigen Stadtbezirk Beuel. Der Amtssitz blieb weiterhin Vilich, wonach die neue Gemeinde auch amtlich benannt wurde: „Bürgermeisterei Vilich“.

Im  historischen Ort Vilich walteten auch ihre ersten vier Bürgermeister – mit Leonhard Stroof am Anfang (+1825). Der vierte Bürgermeister, Friedrich Breuer (1891-1919), aber verlagerte 1896 die Verwaltung von Vilich nach Beuel, das in seiner industriellen Entwicklung dem ländlichen Vilich längst den Rang abgelaufen hatte; er baute dort auch ein eigenes Rathaus (s. Abb.), das um 1960/62 dem heutigen Rathausbau weichen musste.

Seitdem hieß die Gemeinde amtlicherseits weiterhin „Vilich“ , jetzt aber mit Zusatz:  „Bürgermeisterei Vilich zu Beuel“ (s. Abb.). Das hielt sich so ein Vierteljahrhundert lang. Erst mit preußischem Ministererlass vom 15. Juli 1922 ist der Zusatz „Vilich“ entfallen (s. Abb.). Das ist heute genau 100 Jahre her, also gewissermaßen ein Jubiläum!

Damit war symbolisch auch eine große Geschichte an ihrem Ende angelangt. Gelieben davon ist uns heute natürlich der idyllische Denkmalort Vilich und vor allem das Stadtpatronat der Vilicher Gründungsäbtissin St. Adelheid. Die Eigenständigkeit der Gemeinde Beuel indessen, die 1952, also 30 Jahre später, zur Stadt erhoben wurde, hielt dann aber auch nur noch für kurze Zeit, um nämlich 1969 (zusammen mit Oberkassel und Holzlar) als „Stadtbezirk Bonn-Beuel“ nach Bonn eingemeindet zu werden.

Fazit: Die Gemeinde Beuel als solche hat in ihrer Eigenständigkeit von 1808 bis 1969, also gut 160 Jahre lang Bestand gehabt. Ihre hergebrachte Bezeichnung „Vilich“ – Symbol einer 1000-jährigen Geschichte – hat vor 100 Jahren, genau am 15. Juli 1922,  ihr amtliches Ende gefunden.

Abbildung: Briefkopf aus 1912 mit der offiziellen Bezeichnung „Bürgermeisteramt Vilich zu Beuel“

Abbildung: Briefkopf aus 1922 mit der Bezeichnung „Bürgermeister-Amt Beuel“. „Vilich zu“ wurde einfach durchgestrichen.

 

Beitragsbild: Altes Rathaus Beuel 1920er Jahre

10. Juli 2022: Führung durch den Denkmalort Vilich

10. Juli 2022: Führung durch den Denkmalort Vilich

Das historische Vilich ist voller Baudenkmäler, die der Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch natürlich besonders im Blick hat.

Am

Sonntag, dem 10. Juli 2022 um 14:30 Uhr

lädt er zu einem erneuten Rundgang ein, der um 14.30 Uhr an der Kirche, Adelheidisstraße 8, beginnt und etwa zwei Stunden später im musealen Bürgermeister-Stroof-Haus ausklingt.

Dort ist derzeit auch die Maler-Leo-Breuer-Ausstellung zu besichtigen, (außer sonntags auch mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr). Der Weg durch den Ort mit Besichtigung von Kirche und Friedhof und Blick auf Burg Lede ist knappe 500 Meter lang.

Ein besonderer Akzent gilt der ungewöhnlichen Grabkreuze-Sammlung von der Spätgotik bis Anfang des 18. Jahrhunderts, die derzeit im Focus der amtlichen Denkmalpflege steht.

Zugleich wird die denkmalpflegerische Problematik erörtert, die von den momentanen provisorischen Schul-Neubauten vor der 800-jährigen Immunitätsmauer ausgelöst wird. Die Führung übernimmt der Vereinsvorsitzende Carl J. Bachem.

Die Veranstaltung ist kostenlos; um eine Spende für die Vereinsaufgaben wird gebeten. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt.

Bild: Kuladig

Veranstaltungen im Juni 2022

Veranstaltungen im Juni 2022

Der Denkmal- und Geschichtsverein möchte für den Juni 2022 auf folgende Veranstaltungen aufmerksam machen:

Exkursion > Geschichte nach Feierabend

Der Park von Burg Lede

Dienstag, 7. Juni 2022 – 18.00 Uhr

Rundgang mit Dr. Birgit Kulmer, Kunsthistorikerin und „Burgherrin“

Einführung in die seinerzeit. „Lebensformbewegung“

Ausklang nebenan im Hof des Bürgermeister-Stroof-Hauses

Das gesamte Burggelände ist „naturbelassen“; deshalb ist festes Schuhwerk empfohlen

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Exkursion > StroofKOLLEG auf Reisen

1000 Jahre Geschichte in Pützchen. Die alten und die neuen Denkmäler

Von Brünnchen und Wallfahrtskapelle zur Wallfahrtskirche hin zum ehem. Karmeliterkloster und

heut. Wohnprojekt „Gemeinsam Wohnen von Jung und Alt

Samstag, 18. Juni 2022 – 15.00 Uhr

Führung mit Carl J. Bachem (Autor), Gerd Seidl (Zeitzeuge, Autor, Bewohner Karmel) und Jürgen von Kietzell (Architekt Karmel-Umbau)

Ausklang im Restaurant Klosterpforte

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Sonntag, 19. Juni 2022 – 16 Uhr / regelmäßig jeden dritten Sonntag im Monat

Kaffeekränzchen bei Frau Bürgermeister

Kaffee und Kuchen im idyllischen Hof des Bürgermeister-Stroof-Hauses

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Ausstellung im Bürgermeister-Stroof-Haus23. Juni–17. Juli 2022

Der Maler Leo Breuer – Pariser Konstruktivist aus Bonn

in Bonn geboren, in Paris gewirkt, in Küdinghoven gestorben

Vernissage – Donnerstag 23. Juni 2022

Bild: Leo Breuer (Bildquelle leo-breuer.de)

Denkmalverein zu Besuch in der Griechisch-Orthodoxen Metropolie

Denkmalverein zu Besuch in der Griechisch-Orthodoxen Metropolie

„Geschichte nach Feierabend“ heißt die Veranstaltungsreihe des Denkmal- und Geschichtsvereins Bonn-Rrh. , zu der regelmäßig am ersten Dienstag im Monat zur Begegnung mit Beueler Denkmälern eingeladen wird. Zum Apriltermin  waren an die hundert Besucher in die griechisch-orthodoxe Metropolitankirche Agias Trias (griechisch für Heilige Dreifaltigkeit) nach Limperich gekommen, um die kunstvolle Ausstattung des Gotteshauses zu bestaunen und den Erläuterungen von Gemeindepfarrer Erzpriester Sokratis Ntallis über die Baugeschichte, aber auch die religiösen Hintergründe zu folgen.

1974 wurde der Bau der Kirche, die gleichzeitig auch der Bischofssitz von Deutschland und Zentraleuropa ist, unter der Leitung des Architekten Klaus Hönig begonnen und drei Jahre später eingeweiht.

Der Zentralbau, der im Grundriss der Form eines griechischen Kreuzes folgt, ist aus ockertönigem Backstein errichtet. Die Kuppel erhielt typischerweise die Form eines regelmäßigen Achtecks, eines Oktagons.

Zur sakralen Ausstattung gehörte von Anfang an die Ikonostase, eine aus Lindenholz reich geschnitzte und mit Bildnissen versehene Trennwand zwischen Altar- und Gläubigenraum. Das zweite Bild von links gibt in griechisch-orthodoxen Kirchen stets einen Hinweis auf das Kirchenpatronat; hier wurde daher die Dreifaltigkeit dargestellt. Zu Beginn waren die Wände noch rein weiß gewesen; erst viel später sollte die Ausmalung der Kirche vollendet sein. Der griechische Künstler Christophanis Voutsinas, so erklärte der Pfarrer, begann die Ikonenmalereien mit Hilfe seiner Tochter im Jahre 1979 und vollendete sie 23 Jahre später. Er schuf sie zunächst auf Leinwänden, die dann auf dem Putz fixiert wurden. Man hatte sich für dieses Verfahren entschieden, weil unter den hiesigen klimatischen Bedingungen, bei denen sich extrem trockene mit feuchten Perioden abwechseln, zu befürchten gewesen wäre, dass sich direkt auf die Wände aufgetragene Malereien abgelöst hätten. Auf rund 600 Quadratmeter Fläche entstanden so nicht nur eindrucksvolle Darstellungen von Heiligen sowie Motive aus dem Alten und dem Neuen Testament. Auch die beiden Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius sind vertreten. Carl J. Bachem, der Vereinsvorsitzende, äußerte die Hoffnung, dass eines Tages auch die dritte Stadtpatronin, St. Adelheid von Vilich, dazu gehören möge.

Dass die Gäste in der Kirche auf Stühlen Platz nehmen konnten, sei keinesfalls selbstverständlich, erklärte Pfarrer Ntallis. In der griechisch-orthodoxen Kirche beteten die Gläubigen im Stehen, im Gedenken an die Leiden Jesu Christi; allenfalls für alte und kranke Menschen sei die Stuhlreihe entlang der Kirchenwände gedacht.

Der gesellige Ausklang der Veranstaltung fand im Restaurant „Haus am Rhein“ statt.

Claudia Knöfel, Mitglied des Vorstands

Besuch der Griechisch-Orthodoxen Kathedrale am 05.04.2022

Besuch der Griechisch-Orthodoxen Kathedrale am 05.04.2022

Griechisch-Orthodoxe Kathedrale in Limperich
Am kommenden Dienstag, dem 5. April 2022, lädt der Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rrh. zu einem Besuch der griechisch-orthodoxen Kirche in Limperich ein, Friedrich-Bonhoeffer-Str. 2.

Als Metropolitan-Kathedrale ist sie zugleich die Leitungszentrale der Orthodoxie in Deutschland, Sitz des Erzbischofs, Metropoliten und Exarchen von Zentraleuropa. 1978 im klassisch-orthodoxen Stil errichtet, hebt sich diese byzantinische Architektur aus der Bonner Kirchenlandschaft prachtvoll heraus. Erzpriester Sokratis Ntallis, Direktor und örtlicher Pfarrer, wird die umfassende Führung vor allem auch des kunstvollen Sakralraums vornehmen. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 17 Uhr.

Der Einlass ist frei. Anschließend, etwa 18.15 Uhr, ist wie immer ein geselliger Ausklang geplant, diesmal im „Restaurant Haus am Rhein“.

Führung durch Heilig-Kreuz-Kirche am 05.10.2021

Führung durch Heilig-Kreuz-Kirche am 05.10.2021

Am 05.10.2021 um 18:00 Uhr findet eine Führung durch die von Alexander von Branca entworfene Heilig-Kreuz-Kirche in Limperich, Kreuzherrenstrasse 55, 53227 Bonn statt.

Die Führung steht unter dem Motto „Betonbrutalismus“ – im Anschluss an die Führung findet ein gemütliches Beisammensein in einer Gaststätte (wir noch bekannt gegeben) statt.

Interessierte können sich per E-mail bei uns amelden.

Anmeldung zur Führung in der Heilig-Kreuz-Kirche am 05.10.2021 um 18:00 Uhr

Aktuelle Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungen

Geschichte nach Feierabend

Dienstag, 31. August 2021, 18.00 Uhr, Troisdorf-Müllekoven, St. Adelheidisstraße Gottfried Böhms Kirche St. Adelheid Führung Pfr. René Stockhausen – Eine Stunde, anschließend Ausklang im Restaurant Dorfkrug, Dorfstraße 4 Kostenlos, Spende erbeten – Gäste willkommen!

Der kürzlich verstorbene Gottfried Böhm, 100jährig, vor allem wegen seiner „modernen“ Kirchenbauten gerühmt, hat auch in unserer Region gewirkt. Neben dem Entwurf für das denkmalgeschützte Großfenster des ehem. Viktoriabades am Belderberg (Koblenzer Tor) war er auch in Beuel tätig. An der Siegburger Straße hat er mit der St. Paulus-Kirche das Werk seines nicht minder bedeutenden Vaters Dominikus Böhm vollendet, um sich dann jenseits der Sieg, in (Troisdorf-)Müllekoven einem eigenständigen Kirchenbau zu widmen.

Die der Hl. Adelheid von Vilich geweihte Pfarrkirche wurde 1964 eingeweiht. Ein roter Backsteinbau mit schwarzen Schieferdächern und asymetrischen Chordach, Glockenturm. Diese „moderne“ Kirche, erst jüngst unter Denkmalschutz gestellt, ist das erste Ziel einer neuen Veranstaltungsreihe: „Geschichte nach Feierabend“. „Kurz und knackig“ soll die Geschichtspräsentation vor Ort sein, nicht länger als eine Stunde – so Vorstandsmitglied Claudia Knöfel, das diese Reihe verantwortet.

In fester Regelmäßigkeit wird sie sich regelmäßig jeden zweiten Monat, am ersten Dienstag, „in Beuel und um Beuel herum“ fortsetzen. Den Einstieg besorgt René Stockhausen, der für die untere Sieg zuständige Pfarrer. Die Veranstaltung ist bewusst auch für Nicht-Mitglieder gedacht. Und bringen Sie auch Ihre Nachbarn und Freunde mit! Allerdings sollten Sie sich möglichst noch anmelden – per Mail: denkmalverein.bonn@t-online.de.

Die Veranstaltung ist kostenlos, doch wird um eine Spende gebeten. Zum Ausklang ist die benachbarte Gaststätte Dorfkrug (Dorftstraße) reserviert.
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Exkursion StroofKOLLEG auf Reisen

Samstag, 4. September 2021, Siegburg, Markt (13.45 Uhr vor Stadtmuseum)

Das historische Siegburg
Führung durch die Innenstadt 14.00 Uhr
Führung durch die Schatzkammer St. Servatius 15.15 Uhr
Ausklang im Café Faßbender am Markt

Kosten 10,- € / Anmeldung erbeten: denkmalverein.bonn@t-online.de
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Tag des Offenen Denkmals 2021

Generalthema: „Sein & Schein in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“
Sonntag, 12. September 2021, Vilich

Das Bürgermeister-Stroof-Haus – Musterbeipiel für „Sein & Schein“
10.00 – 18.00 Uhr – Führungen bei Bedarf – Flyer zum Thema – Kostenfrei

Das Historische Vilich

Veranstaltung gemeinsam mit Bürgerverein Vilich und Pfarre St. Peter
Ortsführung mit Ursula Becker
14.30 Uhr Treffpunkt Altes Pastorat
Kirchenführung mit Pfr. Michael Dörr
(integriert in Ortsführung)
15.00 Uhr Treffpunkt Chorhaus
Ausklang im Bürgermeister-Stroof-Haus

Unser Bürgermeister-Stroof-Haus ist seit Anfang Juli wieder geöffnet

Unser Bürgermeister-Stroof-Haus ist seit Anfang Juli wieder geöffnet

Geschütztes Geschichts- und Architekturdenkmal – „Haus der Geschichte im Rechtsrheinischen Bonn“

Besichtigung und Benutzung für Jedermann. Kostenlos!

Reguläre Öffnung: jeden Freitag und jeden Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

Sondertermine gerne auf Anfrage. Für Gruppen können diese auch mit einer Ortsführung „durch das Historische Vilich“ verknüpft werden.

Tag des Offenen Denkmals im Bürgermeister-Stroof-Haus

Tag des Offenen Denkmals im Bürgermeister-Stroof-Haus

Obwohl der europaweite Tag des Offenen Denkmals, jeweils am zweiten Sonntag im September, in diesem Jahr wegen Corona ausgefallen ist, hatte der Denkmalverein sein Bürgermeister-Stroof-Haus an diesem Tag dennoch unter dem offiziellen Motto – Nachhaltigkeit – geöffnet: „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neudenken!“. Dafür ist gerade das Bürgermeister-Stroof-Haus ein Paradebeispiel. Aus diesem Anlass wurde ein entsprechendes „Papier“ erarbeitet, das Sie hier nachlesen können.

Download Papier zum Tag des offenen Denkmals

Für das historische Vilich fehlt jegliches Verkehrskonzept

Für das historische Vilich fehlt jegliches Verkehrskonzept

Für das historische Vilich, den „historischsten “ Ort auf der gesamten rechten Rheinseite überhaupt, gibt es kein Verkehrskonzept. Obgleich dort derzeit ein Bahnhof der S 13 zum Flughafen und zugleich zum Umstieg in die Linie 66 Bonn-Siegburg errichtet wird, fehlt es an jeglicher Planung des unmittelbaren Umfelds wie auch an einer Konzeption zur Verkehrsbewältigung der Ortsdurchfahrt. Genau danach hatte der Denkmalverein in einer Sonderaktion vor der Kommunalwahl die politischen Parteien befragt: alle haben mit Fehlanzeige geantwortet, für die Hüter des historischen Vilichs unbegreiflich.

Download Schreiben „Verkehrskonzept“

Wahlprüfsteine des Denkmalvereins zur Kommunalwahl

Wahlprüfsteine des Denkmalvereins zur Kommunalwahl

Der Denkmalverein hatte vor der Kommunalwahl allen zehn im Stadtbezirk Beuel kandidierenden Parteien Fragen zu ihrem Wahlprogramm gestellt, die er „Wahlprüfsteine“ genannt hat. Bis auf zwei Parteien haben diese alle Parteien minutiös beantwortet. Alle haben auch eine engere Zusammenarbeit mit dem Denkmalverein in allen anstehenden Fragen zur Bewahrung und Förderung des kulturellen Erbes im rechtsrheinischen Bonn zugesagt.

Download Schreiben „Wahlprüfsteine“

Städtische Ehrengräber für die Bürgermeister von Pfingsten und Schnorrenberg sowie den Maler Leo Breuer

Städtische Ehrengräber für die Bürgermeister von Pfingsten und Schnorrenberg sowie den Maler Leo Breuer

Auf Vorschlag des Denkmalvereins (Bürgerantrag) hat die Bezirksvertretung Beuel beschlossen, dass die historischen Grabstätten der beiden frühen Vilich/Beueler Bürgermeister Gabriel von Pfingsten (+1855) und Ignaz Schnorrenberg (+1895) auf dem Vilicher Kirchhof sowie des Malers Leo Breuer (+1975) auf dem Bergfriedhof in Küdinghoven zu städtischen Ehrengräbern erhoben werden.

Damit konnte als erstes die aktuell geplante Abräumung des Breuer-Grabes verhindert werden. Das repräsentative Schnorrenberg-Grab ist in einem solch miserablen Zustand, dass der Denkmalverein schon seit drei Jahren der Stadt angeboten hat, seine denkmalgerechte Wiederherstellung zu arrangieren – und diese auch selber zu finanzieren.

Im Detail:

Gabriel von Pfingsten (1825-1855) und Ignaz Schnorrenberg (1855-1891) sind die auf Leonhard Stroof folgenden Bürgermeister der von Napoleon 1808 (in der Nachfolge des Vilicher Stifts) errichteten Gemeinde Vilich, Anfang des Stadtbezirks Beuel. Der vierte Bürgermeister, Friedrich Breuer (1891-1921), hat die Verwaltung 1896 nach Beuel in das von ihm dort neu errichtete Rathaus verlegt. In Vilich war die Bürgermeisterei-Verwaltung in den Privathäusern gewesen.

Mit der Erhebung zu Ehrengräbern verbindet der Denkmalverein nicht zuletzt die Hoffnung, dass diese Grabstätten a) nicht abgeräumt und b) gepflegt und so auf Dauer erhalten werden. Die Verwaltung hatte der Bezirksvertretung allerdings eine abschlägige Beschlussfassung empfohlen (was bedauerlicherweise wie eine untergeordnete Stellung der Beueler Angelegenheiten seitens der Bonner Verwaltung scheint).

Das hätte bedeutet, dass zwar auf der anderen Rheinseite von der Stadt an die 90 Ehrengräber gepflegt werden, in Beuel aber weiterhin ganze zwei (Steger in Schwarzrheindorf und Rhein in Oberkassel). Leo Breuer war ein international anerkannter Maler, der in Endenich 1893 geboren und in Küdinghoven 1975 gestorben ist. Zunächst in Bonn tätig, dann lange Jahre in Paris, wo er ab 1946 große Erfolge im „Salon-des-Réalités-Nouvelles“ feierte, dem er ab 1953 als Vorsitzender vorstand.

Breuers Heimatliebe war gleichwohl so stark, dass er sich 1951 in Bonn ein weiteres Atelier einrichtete, um dann jahrzehntelang zwischen Bonn und Paris zu pendeln. Seine Wurzeln hatte er nie vergessen. Zuletzt hatte er sein Atelier allerdings in Küdinghoven (Erlenweg 15), wo er auch starb. „Er wird heute zu den wichtigsten Vertretern des geometrischkonstruktivistischen Kunststils nach 1945 gezählt“ (J. Niesen).

Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Kl., war er auf deutschen und Pariser Ausstellungen gefeiert. In Bonn stammen von ihm u. a. Fresken in der Gottfried-Kinkel-Realschule und eine Wandgestaltung in der Uni-Poliklinik. 1973 haben ihm das LVR-Landesmuseum eine Retrospektive gewidmet und die Stadt einen Eintrag in das Goldene Buch; in Endenich ist eine Straße nach ihm benannt.

Mit diesem Bemühen um die Grabstätte möchte der Beueler Denkmalverein die Bonner Stadtverwaltung bei ihrer Verpflichtung der bedeutenden Künstler gegenüber unterstützen – damit nicht das Grab, dessen Laufzeit beendet war, „über Nacht aus Unwissenheit abgeräumt“ worden wäre. (Es liegt an dem Weg, der rechts/südlich der Kirche entlang hoch führt, Treppe rechts, dann oberhalb links.) Die Grabstätte muss jetzt die Stadt unterhalten. An dem Wohn- und Sterbehaus will der Denkmalverein eine Info-Tafel anbringen.

Abbildung: Grab Ignaz Schnorrenberg

Abbildung: Grab Gabriel von Pfingsten

Eröffnung Postalia-Ausstellung

Eröffnung Postalia-Ausstellung

Prof. Dr. Karl-Heinz Büchel, gebürtiger Beueler, hat in Jahrzehnten eine einzigartige Sammlung von historischen Postalia des rechtsrheinischen Bonns zusammengetragen.

Am internationalen Museumtag 2019 übereignete er diese in einer Feierstunde dem Verein und eröffnete eine Ausstellung, die einen Querschnitt seiner Sammlung zeigt. Ehrengast Bezirksbürgermeister Guido Déus und Vereinsvorsitzender Carl Jakob Bachem bedankten sich für diese Rarität. Der Philatelist Marco Müller, Kurator der Ausstellung, führte das zahlreiche Publikum in die Ausstellung ein.

Die insgesamt 630 Poststücke starke Sammlung beginnt mit der Thurn- und Taxisschen Reichspost des 18. Jahrhunderts, als es noch keine Briefmarken gab, und reicht bis in die heutigen Tage. Ausgestellt davon sind 80 repräsentative Exponate.

Die postalischen Vermerke auf den Poststücken machen die beförderten Poststücke – Briefe, Karten, Telegramme, Zahlscheine etc. – zu individuellen Zeugnissen der Geschichte. Das trifft natürlich auch und hier in ganz besonderer Weise auf solche Exemplare zu, die ausschließlich dem Postort Beuel zugeordnet werden können.

Dahinter verbirgt sich das postalische Geschehen des rechtsrheinischen Bonn über drei Jahrhunderte – und lässt wichtige Einblicke auch in das seinerzeitige Allgemeingeschehen in Beuel und seiner Region zu.

Die Ausstellung ist bis Ende Juni zu sehen, an den regulären Öffungstagen Freitag und Sonntag zwischen 15 und 18 Uhr. Sondervereinbarungen sind möglich.

Ablass für Vilich

Ablass für Vilich

Die Stadt Bonn gelangte kürzlich in den Besitz eines in Nijmwegen gefunden Ablassbriefes aus dem Jahr 1329, ausgestellt für das Stift Vilich. Dr. Yvonne Leiverkus, stellvertretende Stadtarchivarin von Bonn, stieß bei ihrer Recherche dazu auf einen weiteren Ablassbrief aus dem gleichen Jahr, der sich bislang unbeachtet im Archiv befand.

Über diese Dokumente und das Ablasswesen im Mittelalter berichtete sie in einem StroofKOLLEG. Die Veranstaltung vor über 70 Gästen fand wegen Renovierungsarbeiten im Bürgermeister-Stroof-Haus auf Burg Lede statt, deren Eigentümer dies freundlicherweise zum Ausweichen angeboten hatten. Anders als angekündigt konnte im Kolleg der Nijmwegener Brief aus konservatorischen Gründen nicht im Original gezeigt werden.

Der Verein erhielt jedoch obige Repro-Fotografie; anklicken für Großansicht. Erläuterung dazu. Interessierte, die sich die Urkunden im Original anschauen möchten, können dies nach vorheriger Absprache im Bonner Stadtarchivs tun – oder eine maßstabgerechte Kopie im Bürgermeister-Stroof-Haus anschauen.

Buchvorstellung vor- und frühgeschichtliche Funde

Buchvorstellung vor- und frühgeschichtliche Funde

Im Beueler Rathaus wurde Heft 10 der Vereinsedition „Denkmal und Geschichte im rechtsrheinischen Bonn“ vorgestellt.

Darin gibt der Bonner Archäologie-Experte Hans-Eckart Joachim einen kompakten Überblick über „Bemerkenswerte vor- und frühgeschichtliche Funde und Fundstätten im rechtsrheinischen Bonn“ – von den Oberkasselmenschen bis zu den aufsehenerregenden Ausgrabungen der letzten Jahre im Bonner Bogen und in Vilich-Müldorf.

Informationen zum Buch

Resolution zu Bonner Ortsnamen

Resolution zu Bonner Ortsnamen

Auf seiner Jahreshauptversammlung am 21. November 2018 hat der Denkmal- und Geschichtsverein eine Resolution verabschiedet, mit der er an Politik, Verwaltung und Bürgerschaft appeliert, besondere Maßnahmen zur Zukunftssicherung der historisch überkommenen Bonner Ortsnamen zu ergreifen.

Gerade das kommende Erinnerungsjahr an die kommunale Neugliederung vor 50 Jahren möge Anlass sein, der Verfestigung der für das „dörferreiche“ Bonn charakteristischen Ortsnamen-Tradition einen besonderen Schub zu verleihen.

Mit dieser Resolution regt der Verein dreierlei Maßnahmen an: 1. Ortsnamen-Schilder an den Ortseingängen (soweit nicht vorhanden), 2. Erwähnung des Ortsnamens bei allen ortsbezogenen Verwaltungsvorgängen sowie 3. Aufnahme des jeweiligen Ortsnamens in alle Adressangaben sowohl der Bonner Institutionen als auch der Bonner Bürgerschaft (Parteien, Behörden, Unternehmen, Vereine, etc. und Privaleute).

„Zum Identitätsbewusstsein der Bürger unserer Stadt“ so die Resolution, „gehört weithin auch das Gefühl, in einem ganz bestimmten Stadtbereich zu wohnen, häufig in einem noch gewissermaßen in sich geschlossenen Ortsteil, oft genug auch noch mit ländlichen Charakterzügen und ausgeprägtem Dorfleben. Äußeres Kennzeichen dieses identitätsstiftenden Faktors ist der historisch überkommene Ortsname. Gerade er steht nicht zuletzt auch für ein Stück Heimatgefühl.“

Für den Stadtbezirk Beuel hat der Verein eine Auflistung aller heute gängigen Ortsnamen sowie allerdings auch der historischen Siedlungsnamen zusammengestellt.

Nachtrag: Die Arbeitsgemeinschaft der Bonner Geschichtsvereine ( 21 Vereine mit über 7.000 Mitgliedern) hat am 11. Dezember 2018 beschlossen, sich die Resolution des Denkmal- und Geschichtsvereins zu eigen und damit zur Grundlage einer das gesamte Stadtgebiet von Bonn umfassenden Aktion zu machen.

Wortlaut der Resolution

Denkmalschutz für den Beueler Pfarrfriedhof

Denkmalschutz für den Beueler Pfarrfriedhof

Der Denkmal-und Geschichtsverein Bonn-Rrh. hat die Stadt Bonn aufgefordert, den Pfarrfriedhof von Beuel auf seine Denkmalwürdigkeit zu überprüfen.

Der Denkmal-und Geschichtsverein Bonn-Rrh. hat die Denkmalbehörde der Stadt Bonn aufgefordert, den Pfarrfriedhof von Beuel auf seine Denkmalwürdigkeit zu überprüfen.  Der pfarreigene Friedhof der kath. Kirchengemeinde St.Josef und Paulus Beuel, im Straßendreieck Sankt Augustiner-, Combahn- und Kreuzstraße gelegen, steht derzeit in der öffentlichen Diskussion. Der Presse zufolge geht es dabei a) um Umgestaltungspläne der Friedhofsbetreiberin, die mit ungewöhnlichen Baumfällaktionen verbunden sind, sowie b) um eine flächenmäßige Verkleinerung zugunsten einer Verbreiterung der öffentlichen Verkehrsfläche der Sankt Augustiner Straße (B 56).

„Vor diesem Hintergrund“, so der Denkmalverein in seiner Eingabe an das Denkmalamt der Stadt Bonn, „wird natürlich auch die Frage der Bedeutung dieses Friedhofs aus der Sicht von Denkmalpflege und Denkmalschutz laut. Uns wundert, dass der Friedhof nicht (längst) unter dem gesetzlichen Denkmalschutz steht – als Ganzes oder auch nur in Teilen oder auch nur hinsichtlich einzelner Grabstätten. Für alle drei Sichtweisen gibt es“, so der Verein, „hinlänglich gute Argumente.“

Zu den historischen Fakten teilt der Verein mit: Nach der Errichtung der Beueler Pfarrkirche St. Josef als Tochterkirche von Vilich in einem ersten Bauabschnitt 1883 und nach erlangter Pfarr-Unabhängigkeit 1887 wurde bereits wenig später dieser Pfarrfriedhof eingeweiht. Aus dieser Zeit könnten auch einige der in der öffentlichen Diskussion stehenden Bäume stammen, auf jeden Fall der als Landmarke wirkende gewaltige Mammutbaum (Sequoia) an der Sankt Augustiner Straße: Von dieser Art und Güte dürfte es im Beueler Straßenraum nur insgesamt drei Exemplare geben; die beiden anderen stehen in Vilich vor der Stiftskirche und in Oberkassel an der Königswinterer Straße auf dem Gelände der DLR, Nähe Polizeipräsidium.

Deren Alter wird von Fachleuten auf etwa 130 Jahre geschätzt. Eine wesentliche Verkleinerung hat der Friedhof bereits 1954 mit einer erstmaligen Verbreiterung der Sankt Augustiner Straße, ehem. „Vilicher Straße“ erfahren; in ihrer Folge ist die kunstvoll gefügte Bruchsteinmauer mit der St. Christophorus-Skulptur entstanden.

Der gefährdete Mammutbaum

Die St. Christopherus-Skulptur

 

Alte Grabmäler auf dem Pfarrfriedhof Beuel

Grabmal der Familie Gilles

Grabmal der Familie Thiebes

Grabmal der Familie Andernach

Grabmal der Familie Risse

Schautafeln für die Vilicher Kirche

Schautafeln für die Vilicher Kirche

Auf drei Schautafeln sind nun im Eingangsbereich der Vilicher Kirche St. Peter Informationen über deren wechselvolle Geschichte angebracht. Konzipiert wurden diese vom Vorsitzenden des Denkmalvereins Carl J. Bachem, der sie in einer Feierstunde enthüllte.

Im Rahmen der Präsentation einer jüngst neu gefundenen Vilicher Stiftsurkunde aus dem Jahre 1329 durch die stellv. Stadtarchivleiterin Dr. Y. Leiverkus hat der Vorsitzende des Denkmalvereins Carl J. Bachem in der Stifts- und Pfarrkirche St. Peter in Bonn-Vilich drei Informations-Wandtafeln enthüllt, die die Architektur und Baugeschichte der Kirche, ihre Ausstattung sowie die Bonner Stadtpatronin Adelheid von Vilich behandeln. Die Tafeln aus Aluminium, mit Kunststofffolien bedeckt, sind 125 mal 75 cm groß.

Die Kirche ist in ihrer Bautradition das älteste Gotteshaus auf der rechten Rheinseite zwischen Sieg und Siebengebirge, älter als Schwarzrheindorf und die Abteien von Siegburg und Heisterbach. Sie ist zugleich die Grabeskirche der Heiligen Adelheid (+1015), die die erste Äbtissin des von ihren Eltern um 978 gegründeten Kanonissenstiftes von Vilich war, das bis zur Säkularisation 1804 bestand; heute ist darin das Seniorenheim St. Adelheid untergebracht.

Wegen der Nähe zur kürkölnischen Residenzstadt Bonn häufig gebrandschatzt, hat sich die Kirche dennoch eine Reihe wertvoller Ausstattungsstücke erhalten können, die teilweise bis in ins frühe Mittelalter zurückreichen. Architektonisch herausragend sind die romanische Grabkapelle Adelheids, die den Steinmetzen des Bonner Münsters zu verdanken ist, und der gotische Chorbau, der auf die Kölner Dombauhütte zurückgeht. Viel beachtet ist der Zyklus der in den 1960er Jahren von Walter Benner, Aachen, gestalteten Glasfenster. Die Eingangsbereich der Kirche, in dem sich die Informationstafeln befinden, ist täglich geöffnet.

Bei der Enthüllung am 16. September 2018 hat Carl J. Bachem, der die Tafeln konzipiert hat, auf den Informations-Nachholbedarf des historischen Denkmalortes Vilich hingewiesen. Der von ihm geleitete Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rrh. hat inzwischen ein Programm für entsprechende Publikationen und für ein umfassendes Infotafel-System innerhalb des Ortes vorgelegt.

Inhalt der Schautafeln zum Download

Buchedition über die Dominikus-Böhm-Kirche in Beuel

Buchedition über die Dominikus-Böhm-Kirche in Beuel

Das rechtsrheinische Bonn verfügt über ein Bauwerk des berühmten Kirchenbauers Dominikus Böhm – die Kirche St. Paulus in Beuel-Ost. Weil weithin unbekannt, hat der Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rrh. jetzt eine Publikation darüber herausgebracht, die verbunden mit einer Führung in der Kirche vorgestellt wurde.

Verfasserin ist die Kulturhistorikerin Dorothee Haentjes-Holländer aus Beuel. Das reich bebilderte Buch, an die 100 Seiten stark, ist im Buchhandel und beim Denkmal- und Geschichtsverein erhältlich.

Französische Matinée in Beuel

Französische Matinée in Beuel

Der Denkmalverein feierte den 55. Jahrestags des Elysée-Vertrages mit einer Matinée im Bürgermeister-Stroof-Haus und anschließendem Orgelkonzert mit französischen Werken in der benachbarten Vilicher Pfarrkirche St. Peter. An der Matinée nahmen vier Schülerinnen des St. Adelheid-Gymnasiums teil, die als Austauschschülerinnen in Frankreich waren und über ihre interkulturellen Erfahrungen berichteten.

Bildnachweis: SAG

Ausstellungseröffnung Jahrtausend-Hochwasser in Beuel

Ausstellungseröffnung Jahrtausend-Hochwasser in Beuel

1784 wurde Beuel von einer Eishochwasser-Katastrophe heimgesucht. Der Beueler Geodät und Historiograph Manfred Spata begab sich auf die Spuren dieser Tragödie und hielt seine Erkenntnisse in knapper Form, aber mit reicher Bebilderung in einem Buch fest, das der Denkmal- und Geschichtsverein herausgegeben hat.

Dies stellte der Verein bis Ende Februar 2018 auf einer Sonderausstellung mit weiteren Exponaten zu diesem Jahrtausendhochwasser vor. Zur ständigen Erinnerung brachte der Verein an markanten Stellen Hochwassermarken an.

Zum Bericht im General-Anzeiger Bonn


Jahrtausend-Hochwasser 1784 – Der zugefrorene Rhein

Im Januar 1784 ist der Rhein zwischen Bonn und Beuel zugefroren, so dass er von Mensch und Gefährt überquert werden kann.

Das hält der kurfürstliche Hofmaler Francois Rousseau (oder sein Sohn Jakob) im Bild fest. In der Bildmitte die Doppelkirche von Schwarzrheindorf von Südwesten.

Mit dem anschließenden Tauwetter bricht das Jahrtausend-Hochwasser über die Region herein.

(Rheinisches Bildarchiv Köln, 2017)

Die Eiswasserkatastrophe

Im Februar 1784 bricht das Eis des zuvor zugefrorenen Rheins zwischen Bonn und Beuel auf, und mit einem gewaltigen Hochwasser, von bis dahin nie erlebtem Ausmaß, zerschlagen die schweren Eisschollen die Fachwerkhäuser der Dörfer von Beuel bis Gensem.

Das hält der kurfürstliche Hofmaler Francois Rousseau (oder sein Sohn Jakob) im Bild fest. Rechts im Hintergrund der Limpericher Finkenberg.

(Gutzmer, Chronik Bonn, 1988)

Um den Jahreswechsel 1783/84 hatte es einen ungewöhnlich strengen Winter gegeben, in ganz Europa. Im Januar 1784 war der Rhein zugefroren, streckenweise sogar bis auf den Grund, so dass er von Mensch und Fuhrwerk problemlos überquert werden konnte. So herrschte auch zwischen Bonn und Beuel ein reger Transitverkehr, den Rousseau im Bilde festgehalten hat, die Doppelkirche im Hintergrund (s. Abb.). Selbst Feste wurden auf dem Eis gefeiert, an denen sogar der Kölner Kurfürst teilnahm. Dieses Treiben hielt über Wochen an.

Mit dem schließlichen Tauwetter kam dann zugleich aber ein gewaltiges Hochwasser; das als das bis heute höchste aller Zeiten bekannt ist. Deshalb wird es „Jahrtausend-Hochwasser“ genannt. Natürlich waren davon wie alljährlich alle flussnahen Ortschaften von Dollendorf bis zur Siegmündung, auch die niedrig gelegenen Ortsteile von Geislar und Limperich, überschwemmt. Das Wasser stand diesmal aber so hoch, dass die Häuser völlig verschwanden; niemand hatte sich etwa auf dem Dachfirst in Sicherheit bringen können. Es reichte immerhin bis zur Höhe des heutigen Beueler Bahnhofs und bis knapp vor den heutigen Friedhof am Platanenweg. Selbst der Kreuzgang des Bonner Münsters war überflutet.

Die Katastrophe aber wurde erst vollkommen, als der Wasserdruck schließlich – es war der 25. Februar 1784 – auch die Eisbarriere aufbrach und gewaltige Eisblöcke losriss. Im Verein mit der gewaltigen Wasserkraft zermalmten sie alles, was ihnen im Weg stand. Kein Fachwerkhaus konnte ihnen standhalten. Und auch die Wein- und Obstgärten wurden hinweggefegt und selbst große Pappeln und Buchen radikal entwurzelt. Auch das hat Rousseau im Bild festgehalten (s. Abb., zugleich auf dem Buchdeckel) Schließlich waren alle rheinnahen Dörfer dem Erdboden gleichgemacht; nur einige ganz wenige Steinhäuser, darunter das Mehlemsche Haus in Beuel, hatten standhalten können. Im Ergebnis schließlich war auch die Wirtschaftsgrundlage der Menschen zerstört: Aus den Folgejahren werden Hungersnöte überliefert.

Die Erinnerung an diese Tragödie hat sich natürlich tief in das kollektive Gedächtnis der hiesigen Bevölkerung eingegraben. Niemand, der von seinen Vorfahren nicht auch davon gehört hat. In diesen Überlieferungen aber fehlt eine Information völlig: Dass es sich nämlich bei dem Unheil hier am Rhein um Teil einer weltweiten Umweltkatastrophe gehandelt hat. Die Menschen von damals hatten es einfach nicht erfahren. So habe wegen Vulkanausbrüchen auf Island die gesamte Insel evakuiert werden sollen, und allein in Italien seien 25.000 Menschen ums Leben gekommen.

Diese globalen Hintergründe sind in Bonn auch bis heute nicht publiziert. Jetzt erst ist der Beueler Geodät und Historiograph Manfred Spata ihnen nachgegangen. Seine Erkenntnisse hat er in knapper Form, aber mit reicher Bebilderung in einem Buch festgehalten, das der Denkmal- und Geschichtsverein herausgegeben hat:„Das Jahrtausend-Hochwasser von 1784 in Bonn und Beuel“. Darin sind auch alle originalen Zeitzeugenberichte aus unserer Gegend abgedruckt. Das schmale Buch ist im Bürgermeister-Stroof-Haus zum Preis von 5,- EUR zu haben und kann beim Verein auch telephonisch bestellt werden (Ruf 0228 / 422 14 664).